Was bedeutet B1 Norm oder "Schwer entflammbar"

Die Baustoffklasse B1 gemäß DIN 4102 wird auch mit dem Begriff "schwer entflammbar" bezeichnet.

Produkte dieser Norm sind grundsätzlich auch brennbar, fangen aber etwas später an zu brennen und sind selbstverlöschend. Brennen also nicht selbsttätig alleine weiter. Die Norm DIN 4102 ordnet Baustoffe und Bauteile in Bezug auf ihr Brandverhalten ein. Anforderungen und Prüfungen, sowie brandschutztechnische Begriffe sind für die Baustoffe genau festgelegt. Das gilt sowohl für das Brandverhalten des Stoffes als Einzelbaustoff, als auch in Verbindung mit anderen Baustoffen. Der Nachweis ist bei allen Materialien vorgeschrieben. Für die B1-Norm muss der getestete Stoff nach dem "Brandschachttest" noch eine mittlere Restlänge (mehr als 15 cm) aufweisen und die mittlere Rauchgastemperatur (200 Grad Celsius) darf nicht überschritten werden. Nur Institute mit Prüfzulassung prüfen und ordnen die Baustoffe gemäß der geltenden Normen ein.

Hier ein Beispiel, der Sessel Nürnberg II in B1 Qualität schwer entflammbar.

Momentan kann man noch zwischen der deutschen und europäischen Norm wählen. Die europäische Norm soll aber in Zukunft die deutsche Norm ersetzen. Die europäische Norm hat mehr Parameter zur Klassifizierung des Brandverhaltens und der Rauchentwicklung von Baustoffen. Nach dieser Norm müssen B1 Baustoffe (schwerentflammbare Baustoffe) mindestens die Klasse C s3 d2 erfüllen. Die beste Stufe in dieser Klasse ist B-s1 d0. Der Stoff darf nicht brennend abfallen und auch kein Rauch entwickeln. Die Einstufung richtet sich nach dem Radiant-Panel-Test (Strahlungstest). Die Materialien werden mit einem Wärmestrahler erhitzt und mehrfach mit einem Kleinbrenner an den Materialkanten entzündet. Die Ausbreitung und Branddauer der Flamme, sowie das Abtropfen von Materialteilen bestimmen das Testergebnis.

Ob ein Möbelstück in Ihrer Einrichtung stehen darf, hängt vom Brandschutzbeauftragten der für Ihre Einrichtung zuständig ist ab. Das hängt damit zusammen, dass in unterschiedlichen Bundesländern und von Entscheider zu Entscheider unterschiedliche Genehmigungen für ein und das selbe Möbelstück gegeben werden. Es gibt also beispielweise für ein und das selbe Möbelstück in Berlin eine Genehmigung, in Bremen aber nicht!

Wir empfehlen dazu den Brandschutzbeauftragten oder die Feuerwehr zu befragen. Im Vorfeld können Sie dafür bei uns alle B1 Zertifikate die nötig sind anfordern oder hier runterladen.

In den Ländern Frankreich, Belgien und Luxemburg wird das Testverfahren "Brûleur Électrique" nach der Norm NFP 92503 M1 durchgeführt.

M1-Zertifizierung ist das bessere Prüfergebnis und hat einen höheren Stellenwert als die B1-Zertifizierung in Deutschland.

M1 hat die Bedeutung nicht entflammbar, M2 bedeutet schwer entflammbar. Der Versuchsaufbau ist ähnlich dem europäischen Test. Der Baustoff wird in einem spitzen Winkel von 30 Grad zum Strahler mit einer Gasflamme entzündet. Ein Unterschied bei dem Verfahren ist, dass die Flamme nicht auf die Kanten, sondern an die Stoffoberfläche gerichtet ist. Der Baustoff darf nicht länger als fünf Sekunden brennen und es darf nichts vom Stoff abfallen. Außerdem muss die Ausgangsgröße stimmen. Nur dann bekommt ein Stoff das begehrte Prüfergebnis M1, welches weltweit ein sehr hohes Ansehen hat.

Die Anordnung der Prüfung in unterschiedlichen Länder unterscheiden sich durch verschiedene Faktoren:

  • die Aufstellung des Baustoffes zur Zündquelle
  • die Zündquellenart, Dauer und Intensität, die auf den Baustoff einwirkt
  • der Beflammungsort (Kantenbeflammung und Flächenbeflammung)
Folgende Möbel erhalten Sie in B1 Qualität - schwer entflammbar: